| Hubert Parry erlangte Bekanntheit durch sein 1916 komponiertes Choralstück “Jerusalem”. Obwohl heutzutage nahezu in Vergessenheit geraten, war sein Wirken für das Entstehen der englischen Renaissance zu Ende des 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Parry wurde am 27. Februar 1848 in Bournemouth geboren. Er studierte in Eton, wo er Musikunterricht von George Elvey erhielt. Diese Unterrichtung war so erfolgreich, dass er einen BA (Bachelor of Art) in Musik im Alter von achtzehn Jahren in Oxford erhielt. Nach der Graduierung arbeitete er drei Jahre als Büroangestellter bei der Versicherungsgesellschaft Lloyds in London. Sein Talent und sein persönlicher Stil entwickelten sich, als er Unterricht bei dem Pianisten und Pädagogen Edward Danreuther erhielt. Danreuther, der in Leipzig studiert hatte, machte seine Schüler mit der Musik Schumanns, Chopins, Griegs und Liszts bekannt und weckte auch ihr Interesse an den neuesten Kompositionen Wagners und Brahms. Parrys Begegnung mit den Werken dieser Meister war bedeutsam für das Finden seiner eigenen Interessen und seines musikalischen Weges. Im Jahre 1878 veröffentlichte er seine erste orchestrale Komposition, ein Klavierkonzert. Eine Anzahl verschiedenartiger Werke sollte folgen: Oratorien, Choralstücke – z.B. „Scenes from Prometheus (1880) und „Blest Pair of Sirens“ (1887) – Librettos, Kantaten, Sologesangsstücke, fünf Symphonien und das bereits erwähnte „Jerusalem“. Im Jahre 1883 begann Parry als Lehrer am Royal College of Music, London; später war er dessen Direktor von 1894-1918. 1910 wurde er Professor für Musik in Oxford. Gustav Holst und Ralph Vuaghan Williams waren zwei seiner Schüler – Gustav Holst sagte über seinen Lehrer: „Er hat uns nicht nur unterrichtet sondern geradezu inspiriert“. Während jener Zeit schrieb Parry auch diverse Bücher, u.a.: „Studies of Great Composers“ (1886), „Evolution of the Art of Music“ (1896) und “Johann Sebastian Bach” (1909). Er wurde 1898 geadelt und erhielt 1903 die Baronetswürde. Er starb am 7. Oktober 1918. |